Was ich Dir sage, ändert mich nicht! 11. Aug. - 4. Sept. 2010

Werke von P. Cornelius Rinne, Bielefeld (D) | Michael Weber, Witten (D) | Peter Parma, Koblenz (D) und Ferndorf (A)

Vernissage am Mittwoch, 11. August 2010 um 19:00 Uhr
Laudatio: Yehudis Jacobowitz-Dick, Jerusalem  + Barbara Rapp, Velden
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Ausstellung vom 12. August bis 04. September 2010

» Was ich Dir sage, ändert mich nicht «

Mit diesem Zitat von Paul Eluard lädt die Ausstellung zu einer Reise in die Gedanken- und Gefühlswelten der Künstler Michael Weber und Cornelius Rinne sowie des später hinzugekommenen Peter Parma ein. Einer Reise jedoch, die den Betrachter auffordern möchte, auf diesem Weg die eigenen Gedankenwelten zu erkunden.

„Was ich Dir sage, ändert mich nicht” stellt damit eine tiefergehende Auseinandersetzung aller drei Künstler mit 
der Beziehung von Kunstwerk und Betrachter in den Mittelpunkt.

Für Michael Weber und Cornelius Rinne besteht ein wesentlicher Aspekt des Künstlers in der Erschaffung sogenannter “Artefakte”. Diese sollten dem Betrachter aber nicht nur Dekor sein, sondern immer wieder und aufs Neue die Möglichkeit bieten, das eigene Denken, Fühlen und Erfahren zu reflektieren.

Peter Parma korrespondiert in seiner Herangehens- und Arbeitsweise dahingehend, als dass er im Chaos zeitlicher Zustandsabbilder aus seiner Vorstellung heraus neue Bilder entstehen lässt und die Wirkung auf den Betrachter erprobt.

Kunst wird uns so humanistisches Kapital - eine Mahnung an den Zeitgeist.

P. Cornelius Rinne wurde am 5. Dezember 1955 in Hannover geboren. Bereits mit 14 Jahren erhielt er privaten Zeichen- und Malunterricht. Nach dem Studium des Kommunikationsdesigns in Hannover, das er 1980 mit Diplom abschloss, studierte er, an derselben Unterrichtstätte, noch Kunst. Er führte in dieser Zeit intensiven Austausch mit Künstlern wie dem bekannte Surrealisten Richard Oelze, der darum bat, dass Cornelius Rinne, stellvertretend für alle Künstler, zu seiner Beerdigung im Jahr 1980 kommt, was dieser auch tat. 1982/83 war er im Zuge der “free international University” an einer freien Studiengruppe Kunst, im Atelier von Joseph Beuys, in der Kunstakademie in Düsseldorf, beteiligt. Aus Verunsicherungen über die Allgemeingültigkeit des Begriffes Kunst definierte er diesen, bereits 1983, durch den an verschiedensten Stellen veröffentlichten Satz:

“Kunst sind die Geschichten, die ein Mensch in einer selbsterfundenen Sprache erzählt.”

Nach diversen Ausstellungen in den 80er Jahren, wandte er sein öffentliches Arbeitsfeld der Tätigkeit als Illustrator und Designer zu und war ab 1983 zwanzig Jahre lang als Dozent, vorwiegend im Bereich Aktzeichnung, in der Erwachsenenbildung tätig. Er verweigerte sich in dieser Zeit der öffentlichen zur Schau Stellung seiner freien, affirmativen Arbeiten, da für ihn der Anspruch des Kunstmarktes und der Anspruch seiner Arbeit nicht in Gleichklang zu bringen war. Es entstanden in dieser Zeit aber verschiedene offene Schaffenszyklen. Ab 2005 intensivierte er die kunsttheoretische Arbeit und begann auch wieder auszustellen. Unter anderem stellte er im Kunstverein Heddesheim und im Museum Zandvoort aus. Auch Galerieaustellungen in Städten wie Köln und dem europäischen Ausland fanden statt. 2008 wurde er Mitglied der Künstlergruppe “Spursuche”, für die er auch “10 Thesen zur Kunst” und ein Gruppenmanifest niederschrieb. Er verließ die Gruppe im Juni 2010. Er lebt und arbeitet in Bielefeld.

Michael Weber, geboren1958 in Bochum, Ende der 60er Jahre erste Anstöße zu künstlerischer Arbeit durch den Bochumer Künstler Kuno Gonschior.

1974 - 1978 intensive Förderung und Ausbildung durch den Herner Künstler Bruno Hahn jr.
1978 Sonderbegabtenprüfung an der Folkwang-Schule Essen mit anschließendem Studium
1986 erste öffentliche Ausstellungen
seit 1990 Einzelausstellungen in Deutschland und den Niederlanden
seit 1993 lebt und arbeitet der Künstler in Witten an der Ruhr

1999 Sonderausstellung der Wittener Rathausgalerie „…vergessen kann man das nicht”/ Bahnhofstraße Bildzyklus zum Schicksal Wittener Juden während der NS-Zeit

Seit 1997 jährliche Atelierausstellung unter dem Titel - HausArt - & weitere Ausstellungen im Ruhrgebiet und in den Niederlanden

2003 - 2004 Leitung und Durchführung von Skulpturenworkshops für SFI - Touristik auf Korfu / Griechenland
2009 - 2010 Mitglied der Künstlergruppe-Spursuche- / www.spursuche.de

April 2010 Ausstellung  „Bahnhofstrasse” Museum Zandvoort/NL

Peter Parma, geboren 1950 in Magdeburg, Deutschland, lebt und arbeitet in Koblenz (Rheinland-Pfalz) und Glanz/Ferndorf (Kärnten/Österreich)

  • Studium der Kunsterziehung
  • als Kunsterzieher an einem Gymnasium in Koblenz/Rhein tätig
  • ständige künstlerische Betätigung ohne größere Ausstellungsambitionen (Etwas Neues zu machen war mir immer wichtiger als etwas „Altes” zu zeigen).
  • Schwerpunkte künstlerischer Arbeit bis 2001: Malerei ( Öl, Acryl, Mischtechniken), Druckgrafik ( Aquatinta-Radierung)
  • seit 2001 neben plastischen Objekten ausschließlich digitale Malerei
  • seit 2004 Ausstellungen digitaler Malerei in Bonn, Koblenz, Dierdorf
  • 2008, DOCMA-AWARD, 1.Preis (DOCMA, Fachzeitschrift für digitale Gestaltung)
  • 2009, Reportage in Zeitschrift DOCMA (Heft 2/09, S.32-37)

Laudatorin Yehudis Jacobowitz-Dick, Jerusalem Yehudis Jacobowitz-Dick ist diplomierte Grafikerin und Illustratorin. Viele Jahre arbeitete sie nach dem Studium freiberuflich für verschiedene Münchner Agenturen, gründete 2001 dort auch ihr eigenes Studio und war langjährig als Dozentin an der Makromedia Akademie der Medien für die Bereiche Gestaltung, Typographie und Computergraphik zuständig. Seit ihrem Umzug nach Israel im Herbst 2006 ist sie weiterhin freiberuflich als Grafikerin und freie Künstlerin als auch Dozentin in Jerusalem tätig.